Worum geht es?

Frauen höherer Qualifikationsstufen sind in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Mit zunehmender Qualifikationsstufe sinkt der Anteil der Frauen. In den Jahren nach der Promotion gehen Frauen häufig für die Wissenschaft verloren – die sogenannte leaky pipeline.

Wissenschaftlerinnen, die einige Jahre nach der Promotion an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen befristet beschäftigt sind bzw. über ein Stipendium verfügen und die innerhalb oder außerhalb der Institution primär eine wissenschaftliche Karriere verfolgen, werden von uns als „PostDoc“ bezeichnet. Dazu zählen insbesondere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen bzw. akademische Rätinnen auf Zeit mit Habilitationsabsicht, Nachwuchsgruppenleiterinnen und Juniorprofessorinnen.

Die Situation dieser PostDocs ist oft durch eine unsichere Berufsperspektive gekennzeichnet. Typische Herausforderungen in der PostDoc-Phase sind die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Akquise von Forschungsprojekten, die Ausbildung eines hochschuldidaktischen Profils, die berufliche Orientierung innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft oder Fragen des Auslandsaufenthalts. Hinzu kommt, dass die Gruppe der PostDocs nicht immer eindeutig zu fassen und daher für Karriereunterstützungsangebote schwer zu erreichen ist. Bei all diesen Punkten spielen geschlechtsspezifische Aspekte stets eine Rolle, da sie potenzialreiche Frauen von einer weiterführenden Karriere in der Wissenschaft abhalten können.

Das Barcamp „FemPostDoc“ sucht nach Möglichkeiten zur Unterstützung von Frauen in der PostDoc-Phase. Aus individueller Sicht soll die Orientierung und Qualifizierung in dieser Phase unterstützt werden. Aus institutioneller Sicht soll der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wissenschaft erhöht werden. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollen Anregungen für die Gestaltung adressatinnen-gerechter Personalentwicklung für diese spezielle Zielgruppe in ihrer Institution erhalten. Expertinnen und Experten des Personalmanagements in Wissenschaftseinrichtungen sind uns ebenso willkommen!